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chronikwerkstatt


Das Flaurlinger Wappen
Teil I: Der Ursprung

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Detail aus dem Wappenbrief von 1510 mit der Besserung durch Kaiser Maximilian I.
Unser Wappen wurde im Jahr 1982 der Gemeinde verliehen.
Nach Aussage von Altbürgermeister Josef Haas war der Wunsch nach einem eigenen Wappen in der Gemeinde schon lange vorhanden. Für die Umsetzung musste der Tiroler Landtag einen entsprechenden Beschluss fassen. Das Landesarchiv führte ein ausführliches Studium der Geschichte Flaurlings durch. Wie für das Dorf von Anfang an klar war, kamen die Historiker zum Ergebnis, sich beim Wappen an dem des großen Flaurlinger Pfarrherrn "Sigmund Risen" zu orientieren, denn vor 500 Jahren lenkte er über Jahrzehnte die Geschicke des Dekanats und hinterließ Spuren, die bis heute in der Gemeinde noch greifbar sind ...
Der Wappenbrief
vom 18. Februar 14961
Der Wappenbrief, der vor 525 Jahren ausgestellt wurde, ist in einer Abschrift im Tiroler Wappenbuch I (Staatsarchiv Wien) enthalten. Die physische Benützbarkeit ist aus konservatorischen Gründen nicht mehr möglich. Hier nun eine freie Übersetzung:
Wappenbrief Wir Sigmund von Gottes Gnaden Erzherzog zu Österreich, zu Steyr, zu Kärnten, zu Krain, Graf zu Tirol usw. bekennen, dass der ehrbare, liebe, andächtige und getreue Sigmund Ris, Kirchherr und Pfarrer zu Flaurling, zu uns gekommen ist und zu bedenken gab, dass er bisher noch mit keinem Wappen (Kleinod oder Sigel) ausgestattet ist. Dies wäre in diesen Zeiten für seine Obliegenheiten (und andere Handlungen) notwendig. Daher hat er demütig darum gebeten, ihn aus fürstlicher Freiheit und Milde mit einem Sigel zu versehen.
Wir haben gnädig geruht, dass wir in Anbetracht seines Ansehens, seiner Ehrbarkeit, guter Sitten und Tugenden, für die er berühmt ist, und unter Berücksichtigung seiner Emsigkeit ihm mit wohlbedachtem Mut, zeitigem Rat und rechtem Wissen das hiernach beschriebene Wappen und Kleinod zu geben und zu verleihen:
Ein weißer Schild, darin ein grüner Berg mit einem abgebrochenen schwarzen Hochstamm und daneben auf demselben grünen Berg ein wilder, rauer Riese mit schwarzem Haar und Bart, um das Haupt eine rote Binde und um den Leib grüne Zweige gebunden. Er bricht den Hochstamm von oben auseinander. Dies ist in Mitte dieses Briefes coloriert dargestellt.
Wir zeichnen und geben ihm mit fürstlicher Macht und Freiheit Kraft dieses Briefes das Wappen und Kleinod. Das soll und mag er ab nun führen und alle redlichen Geschäfte sigeln und sonst an allen Enden gebrauchen und genießen. Damit die Rechte, die mit solchem Wappen und Kleinod einhergehen, ungefährdet sind, gebiete ich allen Hauptleuten, Grafen, Getreuen, Herren, Rittern, Knechten, Burggrafen, Pflegern, Landrichtern und sonst allen unsereren Amtsleuten und Untertanen, dass sie ab nun an diesem Kleinod und der Gnade des genannten Risen, die wir ihm gegeben und zugesprochen haben, nicht irren oder hadern. Es ist auch niemanden anderem gestattet, es zu verwenden, bei einer Strafe von 20 Mark lötigen Goldes2, das zur Hälfte in unsere Kammer und der andere Teil dem vorgenannten Risen, sooft das getan wird, unablässig zu bezahlen ist, um die Schwere unserer Ungnade zu vermeiden. Wenn er das Wappen und Kleinod für andere anhängt, soll das ohne Schaden und Gefahr für ihn sein.
Da wir das alles so wollen, haben wir mit ernstlicher Manier die Urkunde dieses Briefs ausgestellt. Gegeben zu Innsbruck am Pfinztag3 nach St. Julianentag4 nach Christi Geburt im Jahr Vierzehnhundertsechsundneunzig. Gezeichnet von Doctor Adolph Occo5 für Erzherzog Sigmund


1 Erzherzog Sigmund verstarb am 4. März 1496 in Innsbruck, zwei Wochen nach Ausstellung dieses Briefes
2 Mark lötigen Goldes: Gewicht, das bei Fälligkeit in Geld umgerechnet wird
3 Donnerstag
4 16. Februar
5 1491 wechselte Dr. Adolph Occo als Leibarzt von Heidelberg in die Dienste Erzherzog Sigmunds von Tirol nach Innsbruck

Fischnaller Wappen-Katalog
Dieser Katalog liegt in der Bibliothek des Landesmuseum Ferdinandeum und enthält die Skizze zum ursprünglichen Wappen (vor der Besserung durch Kaiser Maximilian I.):

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